Zuletzt aktualisiert: Mai 2026
Beim Kleidung-Shoppen spielen jede Menge Einflüsse eine große Rolle. Neben dem jeweiligen Geschmack möchtest du natürlich, dass die neue Jeans, der Pullover oder die Jacke gut sitzt und sich gut anfühlt! Das Tragegefühl und der Komfort entstehen durch ein Zusammenspiel aus Passform, Schnitt und dem Material. Die Fasern, die zur Herstellung deiner Kleidung verarbeitet werden, spielen eine große Rolle, wenn es darum geht, sich wohlzufühlen. Manchmal ist es gar nicht so leicht, bei den vielen verschiedenen Materialien wie Baumwolle, Polyester, Elasthan oder Viskose den Überblick zu behalten. Was ist was, und welche Faser ist am besten für welche Situation und welches Kleidungsstück geeignet? Wir erklären dir, worauf du in Sachen Material achten solltest, um dich rundum wohlzufühlen. Von A wie Acryl bis V wie Viskose erhältst du wichtige Infos über die gängigsten Materialien.
Diese Materialien schauen wir uns genauer an:
- Acryl
- Baumwolle
- Elasthan
- Leinen
- Modal
- Polyester
- Viskose
Acryl
Bei Acryl handelt es sich um eine Chemiefaser, die aus synthetischen Polymeren besteht. Die Faser wird auch als Polyacrylnitril (kurz: PAN) bezeichnet und ist in ihrer Beschaffenheit der Wolle ähnlich. Das Material gehört zu den verbreitetsten Kunstfasern und wird unter anderem zur Fertigung von Strickjacken und Pullovern verwendet. Die Fasern des Acryl-Stoffes sind äußerst bauschfähig und eignen sich gut für Winterkleidung. Polyacrylnitril ist zudem besonders leicht, lichtecht und formstabil. Durch die formstabile Beschaffenheit bleibt die Polyacryl-Faser auch nach häufigem Waschen in ihrer ursprünglichen Form, ohne sich unvorteilhaft zu verziehen. In der Bekleidungsindustrie wird das Material häufig in Kombination mit der Baumwollfaser verwendet, um die Eigenschaften beider in einem Stoff zu verbinden.
Baumwolle
Die atmungsaktive und pflegeleichte Baumwollfaser ist ein natürliches Material, welches aus Samenfäden der Baumwollpflanze hergestellt wird. Das Material wird am häufigsten von allen Materialien für die Herstellung von Kleidung verwendet, da es gleich mehrere gute Eigenschaften vereint. Besonders gefragt ist die Baumwolle bei der Herstellung von Jeans im typischen Denim-Look. Die Baumwollfaser ist äußerst hautfreundlich und atmungsaktiv, das Material sorgt für ein angenehmes Tragegefühl und passt sich durch seine Dehnbarkeit den Bewegungen beim Tragen an. Außerdem ist die Baumwolle besonders pflegeleicht: kochfest, widerstandsfähig und lässt sich gut färben. Ein großer Vorteil ist, dass sie bis zu 63 % ihres eigentlichen Gewichts an Wasser aufnehmen kann und damit besonders saugfähig ist. Ein kleiner Nachteil: Die Feuchtigkeit wird nur schlecht wieder abgegeben, weshalb Baumwolle langsam trocknet. Da das Material ein sehr geringes Allergiepotential hat, ist es für die Herstellung von Kleidung besonders beliebt. Jeans und Hosen aus 100 % Baumwolle gelten als besonders hochwertig.
Die Eigenschaften der Baumwolle im Überblick:
- hautfreundlich
- atmungsaktiv
- kochfest
- widerstandsfähig
- dehnbar
- äußerst saugfähig
- lässt sich gut färben
- geringes Allergiepotential
- leicht entflammbar
Elasthan
Die künstlich hergestellte Faser Elasthan ist ein enorm flexibles Gewebe, welches bis auf das Dreifache seiner Ursprungslänge ausgedehnt werden kann. Zur Anwendung kommt die Kunstfaser vor allem bei Sportkleidung, Badehosen, Unterwäsche und Socken. Als Mischgewebe in Kombination mit Baumwolle wird Elasthan auch zur Herstellung von Jeans, Hosen, T-Shirts, Pullovern oder Jacken verwendet. Elasthan ist dehnbar, leicht und hat eine angenehm glatte Oberfläche. Zudem ist die Faser formbeständig und reißfest. Besonders gefragt ist das Gewebe als Mischung mit Baumwolle bei eng geschnittenen Jeans, da sich diese Hosen der Silhouette anpassen sollen, ohne zu kneifen. Die hohe Flexibilität sorgt für angenehmen Tragekomfort. Jeans und Hosen mit Elasthan-Anteil tragen häufig die Bezeichnung „Stretch", das englische Wort für „strecken".
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Leinen
Die Flachsfaser der Flachspflanze wird in der Kleidungsindustrie als Leinen bezeichnet und ist ein natürlicher Rohstoff zur Herstellung von Mode. Die Naturfaser erfreut sich großer Beliebtheit, da sie sich besonders gut für leichte Sommerkleidung eignet. Leinen ist besonders atmungsaktiv und luftdurchlässig. Außerdem ist der Stoff äußerst reißfest, robust, schmutzresistent und hat durch seine Fähigkeit, Luftfeuchtigkeit aufzunehmen und abzugeben, einen kühlenden Effekt auf der Haut. Dennoch ist das Gewebe nicht unbedingt pflegeleicht, da es sehr unelastisch ist und daher schnell knittern kann. Waschen solltest du deine Oberteile oder Stoffhosen aus Leinen daher nur im Schonwaschgang.
Modal
Bei dem Stoff Modal handelt es sich um eine Faser, die mittels eines chemischen Verfahrens aus natürlicher Zellulose gewonnen wird. Die natürlichen Pflanzenfasern machen Modal trotz der synthetischen Herstellung zu einem Gewebe, welches zu 100 % aus natürlichen Stoffen besteht. Hauptsächlich wird Modal aus Buchenholz hergestellt. Das Material bietet zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Kleiderstoffen: Es ist der Baumwolle in Atmungsaktivität, Strapazierfähigkeit und Saugfähigkeit sehr ähnlich, hebt sich jedoch durch eine höhere Elastizität und Dehnbarkeit von dieser ab. Durch die besonders glatte und angenehme Oberfläche von Modal ist das Gewebe bestens geeignet für Unterwäsche und eng anliegende Kleidung.
Polyester
Bei Polyester handelt es sich um eine chemisch hergestellte Faser, die häufig bei der Herstellung von Hemden eingesetzt wird. Die Kunstfaser wird bei Kleidung oft in Verbindung mit Baumwolle verwendet, um die Vorteile beider Materialien miteinander zu verbinden. Polyesterfasern sind äußerst licht- und wetterbeständig, formfest und leicht, das macht sie ideal für lockere Kleidung und Outdoorbekleidung. Ein weiterer Vorteil: Polyester ist besonders knitterresistent. Oft musst du ein Kleidungsstück aus Polyester gar nicht bügeln, wenn du es von der Leine oder aus dem Trockner nimmst. Da die Polyesterfaser chemisch gefärbt wird, bleiben leuchtende Farben lange erhalten. Leider ist Polyester nicht sehr atmungsaktiv und sollte daher besonders im Sommer gemieden werden.
➡ Tipp: Welche Materialien du im Sommer bei Hitze gut tragen kannst, erfährst du im Beitrag „Sommerkleidung bei Hitze: 6 Tipps".
Viskose
Auch die Viskose ist ähnlich der Modal-Faser eine synthetisch hergestellte Faser, die zu 100 % aus natürlicher Zellulose besteht. Im Volksmund wird Viskose häufig als Kunstseide bezeichnet, da die Faser durch ihre glatte und angenehme Oberfläche der Seide nahekommt. Wie Modal wird auch Viskose aus Holzfasern der Buche oder Fichte hergestellt. Zu ihren Vorteilen zählen besonders gute Saugfähigkeit sowie die Eigenschaft, sich sehr gut färben und bedrucken zu lassen. In Verbindung mit anderen Geweben wie Baumwolle eignet sich Viskose gut für sommerliche Hemden, da das Material besonders weich, leicht und luftig ist.
Häufige Fragen zu Kleidungsmaterialien
Welches Material ist am besten für Jeans geeignet?
Klassische Jeans werden aus Denim-Stoff gefertigt, der hauptsächlich aus Baumwolle besteht. Jeans aus 100 % Baumwolle gelten als besonders hochwertig und strapazierfähig. Für enge Schnitte mit Stretch-Komfort empfiehlt sich ein Baumwoll-Elasthan-Mix mit einem niedrigen Elasthan-Anteil von 2–5 %.
Was ist der Unterschied zwischen Viskose und Modal?
Beide Fasern werden aus Zellulose (Holz) gewonnen und ähneln sich stark. Modal gilt jedoch als hochwertiger, da es weicher, dehnbarer und langlebiger als Viskose ist. Modal wird häufiger bei Unterwäsche eingesetzt, während Viskose breiter in Hemden und leichter Sommerkleidung verwendet wird.
Ist Elasthan in Jeans schlecht für die Qualität?
Ein geringer Elasthan-Anteil (2–5 %) verbessert den Tragekomfort, ohne die Qualität wesentlich zu mindern. Sehr hohe Elasthan-Anteile können jedoch die Strapazierfähigkeit reduzieren. Für echte Qualität gilt: wenig Elasthan ist besser als viel.
Welches Material ist im Sommer am atmungsaktivsten?
Leinen ist das atmungsaktivste Material und ideal für heiße Sommertage. Auch Baumwolle und Viskose sind gute Optionen für den Sommer. Polyester sollte bei hohen Temperaturen eher gemieden werden, da es kaum Luft durchlässt.
Kann ich Acryl-Kleidung bei hohen Temperaturen waschen?
Nein: Acryl-Kleidung sollte bei maximal 30–40 °C gewaschen werden, da die Faser hitzeempfindlich ist. Hochtemperaturwäsche kann die Fasern beschädigen und das Kleidungsstück verformen. Prüfe immer das Pflegeetikett deines Kleidungsstücks.